Sie surfen auf Ihrer Lieblingswebsite, schauen ein Video oder nutzen eine App auf dem Smartphone, und ständig springen Ihnen Werbebanner entgegen. Dahinter stecken oft Tracking-Dienste, die im Hintergrund Anfragen an fremde Server senden.
Klassische Ad-Blocker kennt man als Erweiterung für den Browser am PC. Für Smart-TV, Tablet oder die Smartphones der Familie hilft ein netzwerkweiter DNS-Filter. Er arbeitet zentral im Heimnetz und deckt alle Geräte ab, ohne dass auf jedem Gerät Software installiert werden muss (S1, S2).
Wie funktioniert das Prinzip dahinter?
Ruft ein Gerät eine Website auf, fragt es zuerst per DNS die Adresse des Servers ab. Ein DNS-Filter wie Pi-hole oder AdGuard Home arbeitet als DNS-Server im Heimnetz und gleicht diese Anfragen mit Listen bekannter Werbe- und Tracking-Domains ab (S1, S2):
- Normale Domains werden wie gewohnt aufgelöst.
- Domains auf den Blocklisten leitet der Filter ins Leere. AdGuard Home beschreibt das als „Black Hole“; Pi-hole antwortet standardmäßig mit der unspezifizierten Adresse 0.0.0.0 (S2, S3). Das Gerät erreicht den Server dann nicht.
Die Vorteile auf einen Blick
- Schutz für viele Geräte: Nach Angabe des Pi-hole-Projekts wird auch in Apps und auf Smart-TVs blockiert, wo sich keine Browser-Erweiterung installieren lässt (S1).
- Zentral statt pro Gerät: Nach der Einrichtung am Router gilt der Filter für die Geräte, die den Filter als DNS-Server nutzen (S4).
- Schnelleres Surfen: Pi-hole nennt das DNS-Caching als Grund dafür, dass sich Surfen schneller anfühlt (S1). Eine Messung der Geschwindigkeit ist damit nicht belegt.
- Gruppen und Ausnahmen: Beide Programme erlauben Einstellungen pro Gerät (S2); bei Pi-hole lässt sich ein Gerät über die Gruppenverwaltung vom Blockieren ausnehmen (S5).
Gibt es auch Nachteile?
- Grenzen auf DNS-Ebene (Einschätzung): Ein DNS-Filter sieht nur Domain-Namen. Werbung oder Tracking, die vom selben Server wie der eigentliche Inhalt kommen, kann er nicht selektiv entfernen. Er ersetzt keinen Browser-Schutz.
- Fehlalarme (Einschätzung): Blockiert der Filter einen gewünschten Dienst, betrifft das zunächst alle Geräte, die ihn nutzen. Ausnahmen lassen sich einrichten.
- Dienste erkennen Blocker (Einschätzung): Manche Seiten verweigern den Inhalt, wenn Werbung blockiert wird.
- Einrichtung: Geräte übernehmen den neuen DNS-Server erst, wenn sie einen neuen DHCP-Lease bekommen (S4). Der Filter braucht ein System, auf dem er dauerhaft läuft; bei Pi-hole genügt laut Dokumentation jede Hardware mit unterstütztem Betriebssystem, nicht nur ein Raspberry Pi (S6).
Welche Möglichkeiten gibt es?
Verbreitet sind Pi-hole und AdGuard Home. Beide arbeiten als DNS-Server und blockieren Werbe- und Tracking-Domains (S1, S2). Nach der Vergleichstabelle von AdGuard (Herstellerangabe) bringt AdGuard Home unter anderem Schutz vor Phishing- und Malware-Domains, Kindersicherung und Safe-Search mit; bei Pi-hole sind diese Funktionen nur über zusätzliche Blocklisten möglich oder fehlen (S2). Das ist die Sicht des AdGuard-Teams; eine unabhängige Prüfung liegt nicht vor.
Fazit: Lohnt sich ein netzwerkweiter Ad-Blocker?
Ein zentraler DNS-Filter kann viele bekannte Werbe- und Tracking-Domains für Geräte im Heimnetz blockieren und ist damit eine Ergänzung zum Browser-Schutz, kein Ersatz. Nicht jede Werbung und nicht jeder Tracker lässt sich auf DNS-Ebene entfernen.
Quellen (abgerufen am 31.10.2026)
- (S1) Pi-hole: Dokumentation, Startseite
- (S2) AdGuard: AdGuard Home, README (Herstellerangabe)
- (S3) Pi-hole: Blocking mode
- (S4) Pi-hole: Router setup, FRITZ!Box
- (S5) Pi-hole: Group Management, Examples
- (S6) Pi-hole: Prerequisites
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Weiterführend: Die praktische Umsetzung mit Pi-hole finden Sie im Beitrag Pi-hole v6 auf dem Raspberry Pi.

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