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Drucker unter Windows 11: Was sich bei Druckertreibern ändert – und was nicht

Anfang 2026 machte eine Meldung die Runde, die bei vielen für Unruhe sorgte: Windows 11 beende die Unterstützung für ältere Druckertreiber. Wer daraufhin befürchtet hat, der zuverlässige Laserdrucker im Büro sei nun ein Fall für den Wertstoffhof, kann durchatmen. Ganz folgenlos ist die Änderung aber auch nicht – sie betrifft vor allem die Frage, wie ein Drucker künftig unter Windows eingerichtet wird.

Dieser Beitrag sortiert, was Microsoft tatsächlich geändert hat, wen das betrifft und was sich vor einem Neukauf oder einer Neueinrichtung lohnt zu prüfen.

Was hat Microsoft tatsächlich geändert?

Microsoft hat bereits im September 2023 einen Plan angekündigt, die Verteilung klassischer Druckertreiber von Druckerherstellern über Windows Update schrittweise zurückzufahren. Der Zeitplan laut Microsoft-Dokumentation:

  • 15. Januar 2026: Für Windows 11 und Windows Server 2025 werden keine neuen Druckertreiber von Drittherstellern mehr über Windows Update veröffentlicht. Updates bestehender Treiber gibt es nur noch im Einzelfall.
  • 1. Juli 2026: Windows soll bei der Treiberauswahl den eingebauten Microsoft-IPP-Klassentreiber bevorzugen.
  • 1. Juli 2027: Für Treiber von Drittherstellern werden über Windows Update nur noch Sicherheitskorrekturen zugelassen.

Die Verwirrung im Februar 2026 entstand unter anderem durch einen Eintrag in Microsofts Windows-Roadmap, der so klang, als würden ältere Treiber grundsätzlich nicht mehr funktionieren. Microsoft hat das anschließend korrigiert. Sinngemäß lautete die Klarstellung: Windows hat die Unterstützung älterer Druckertreiber nicht beendet; ein Drucker, der heute unter Windows funktioniert, funktioniert weiter, und es ist kein Handeln erforderlich.

Was sich nicht ändert

Die wichtigste Unterscheidung: Es geht um den Verteilungsweg über Windows Update, nicht um ein Verbot alter Treiber im Betriebssystem. Laut Microsoft gilt:

  • Bereits veröffentlichte, von Microsoft signierte Treiber lassen sich weiterhin installieren – auch nach dem Ende der Weiterentwicklung.
  • Treiberpakete direkt vom Hersteller bleiben ein zulässiger Installationsweg.
  • Microsoft plant nach eigener Aussage nicht, Druckfunktionen gezielt abzuschalten, die an die älteren Treiberarchitekturen gebunden sind.
  • Sicherheitskorrekturen für diese Treiberplattform soll es weiter geben, solange die jeweilige Windows-Version im Support ist.

Für Windows 10 gilt der Stichtag vom Januar 2026 laut Microsoft-Dokumentation ohnehin nicht – er betrifft Windows 11 und neuere Versionen. Wer noch Windows 10 nutzt, hat allerdings ein ganz anderes Thema auf dem Tisch; dazu passt unser Beitrag „Windows 10 bleibt länger abgesichert: Was ESU bis 2027 wirklich bedeutet“.

Was ist der IPP-Klassentreiber – und was ist Mopria?

Die Richtung ist klar: Microsoft möchte, dass Drucker möglichst ohne Herstellertreiber funktionieren. Dafür bringt Windows einen eigenen, universellen Treiber mit, den Microsoft IPP Class Driver (Microsoft nennt das Gesamtkonzept „Windows Ready Print“). IPP steht für Internet Printing Protocol, ein standardisiertes Druckprotokoll, das viele aktuelle Netzwerkdrucker ohnehin sprechen.

Ob ein Drucker damit sauber zusammenarbeitet, signalisiert die Mopria-Zertifizierung. Mopria ist ein Herstellerverbund, der einheitliche Druck- und Scanstandards zertifiziert. Windows unterstützt Mopria-zertifizierte Drucker seit dem Windows-10-Update vom Oktober 2018, über Netzwerk und USB. Bei Multifunktionsgeräten kann laut Microsoft auch das Scannen über standardisierte Protokolle laufen.

Der Vorteil liegt auf der Hand: kein umfangreiches Herstellerpaket mit „Gerätezentrale“, Statusmonitor und Update-Dienst, weniger Fremdsoftware im System. Microsoft begründet den Schritt ausdrücklich auch mit Sicherheit. Die Logik dahinter ist nachvollziehbar: Je weniger herstellereigener Treibercode im Druckdienst läuft, desto kleiner ist die Angriffsfläche.

Wo der Standardtreiber an Grenzen stößt

Ein universeller Treiber ist ein Kompromiss. Grundfunktionen wie Farbe, Duplex, Papierformat, Papierfach oder Druckqualität werden über Mopria abgedeckt. Was darüber hinausgeht, hängt vom Gerät ab. Canon nennt beispielsweise für die eigenen Geräte mit dem Microsoft-Treiber weniger Einstellmöglichkeiten, eingeschränkte Optionen für Papiertypen und Weiterverarbeitung sowie fehlende Anzeigen für Tinten- oder Tonerstand. Bestimmte Hersteller-Anwendungen funktionieren ohne den eigenen Treiber möglicherweise nicht vollständig.

Für den Alltag im Homeoffice oder kleinen Büro ist das oft unerheblich: Rechnungen, Briefe und Formulare drucken auch mit dem Standardtreiber. Relevanter werden kann es etwa bei Fotodruck, Etikettendruckern, Großformat, Heftung und Lochung oder geschütztem Druck mit PIN an größeren Multifunktionsgeräten. Ergänzende Funktionen können Hersteller über sogenannte Print Support Apps aus dem Microsoft Store nachliefern – ob es eine solche App für das eigene Modell gibt, ist allerdings herstellerabhängig.

Was sollte man jetzt konkret prüfen?

1. Funktioniert der Drucker heute? Dann nichts überstürzen

Ein laufender Drucker mit installiertem Herstellertreiber muss wegen dieser Änderung nicht angefasst werden. Treiber deinstallieren, „um vorzubeugen“, schafft eher Probleme als es löst.

2. Welcher Treiber ist eigentlich im Einsatz?

Unter Einstellungen → Bluetooth und Geräte → Drucker & Scanner den Drucker auswählen und die Druckereigenschaften öffnen. Im Reiter Erweitert steht der verwendete Treiber. Erscheint dort „Microsoft IPP Class Driver“, läuft das Gerät bereits über den Windows-Standardweg. Steht dort der Name des Herstellers, wird dessen Treiber verwendet.

3. Nach Neueinrichtung fehlen Funktionen? Herstellertreiber gezielt installieren

Wird ein Drucker auf einem neuen PC oder nach einer Neuinstallation eingerichtet, kann Windows den Microsoft-Klassentreiber wählen. Das ist seit der Änderung der Treiberauswahl ab Juli 2026 auch so vorgesehen. Fehlen danach benötigte Funktionen, lässt sich das aktuelle Treiberpaket von der Support-Seite des Herstellers installieren. Wichtig: nur von der offiziellen Herstellerseite, nicht von „Treiber-Download-Portalen“ mit eigenem Installer.

4. Ältere oder spezielle Geräte: Treiberpaket sichern

Bei älteren Druckern ohne Mopria-Unterstützung, reinen USB-Geräten oder Spezialhardware wie Etikettendruckern ist der Herstellertreiber der einzige Weg. Hier lohnt es sich, das passende Windows-11-Treiberpaket herunterzuladen und zusammen mit den übrigen Installationsdateien abzulegen – idealerweise dort, wo es auch im Backup landet. Bietet der Hersteller keinen Windows-11-Treiber mehr an, ist das ein deutlich stärkeres Signal für einen Austausch als die Microsoft-Änderung selbst.

5. Beim Neukauf auf Mopria achten

Wer ohnehin einen neuen Drucker anschafft, sollte vorher in der Liste zertifizierter Geräte bei Mopria nachsehen. Ein zertifiziertes Gerät lässt sich unter Windows in der Regel ohne zusätzliche Herstellersoftware einrichten. Gleichzeitig lohnt der Blick, ob benötigte Spezialfunktionen auch ohne Herstellertreiber verfügbar sind. Einen Netzwerkdrucker, der fest an einem Platz steht, verbinden Sie übrigens am besten per Kabel – warum, steht in unserem Beitrag „LAN oder WLAN?“.

Windows Protected Print Mode: interessant, aber nicht blind aktivieren

In den Windows-11-Einstellungen unter Drucker & Scanner findet sich im Bereich Druckereinstellungen die Option für den Windows Protected Print Mode (in der deutschen Oberfläche sinngemäß als geschützter Druckmodus bezeichnet). In diesem Modus arbeitet Windows ausschließlich mit dem eigenen Standardtreiber. Das ist aus Sicherheitssicht konsequent und derzeit optional.

Die Nebenwirkung sollte man kennen: Beim Aktivieren werden laut Microsoft alle Drucker mit Herstellertreibern deinstalliert. Mopria-zertifizierte Geräte werden anschließend mit dem Standardtreiber neu eingerichtet, alle anderen sind schlicht weg. Der Modus lässt sich an derselben Stelle wieder abschalten, die entfernten Drucker müssen dann aber neu eingerichtet werden. Für einen Test eignet sich deshalb eher ein Zweitgerät als der einzige Arbeitsplatz-PC am Tag vor der Steuererklärung.

Fazit: Kein Grund zur Panik, aber ein guter Kaufhinweis

Microsoft schaltet keine funktionierenden Drucker ab. Geändert hat sich vor allem, dass Windows 11 Herstellertreiber nicht mehr selbstverständlich über Windows Update nachliefert und bei neuen Einrichtungen den eigenen Standardtreiber bevorzugt. Für die meisten einfachen Druckaufgaben reicht der aus.

Sinnvoll ist eine kurze Bestandsaufnahme: Welche Drucker sind im Einsatz, welcher Treiber läuft, wird eine Spezialfunktion gebraucht – und gibt es dafür ein aktuelles Treiberpaket vom Hersteller? Bei der nächsten Anschaffung ist Mopria-Unterstützung ein sinnvolles Kriterium. Ein Drucker, der ohne Spezialsoftware einfach druckt, ist schließlich genau das, was man von einem Drucker erwartet. Dass das erwähnenswert ist, sagt eigentlich schon genug.

Quellen & weiterführende Informationen

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