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Mehr Privatsphäre und Speed im Heimnetz: Warum sich Pi-hole v6 auf dem Raspberry Pi lohnt

Wer kennt es nicht? Man surft auf einer Nachrichtenseite oder nutzt eine App auf dem Smartphone, und zahlreiche Werbe- und Tracking-Dienste werden im Hintergrund geladen. Ein DNS-basierter Filter wie Pi-hole kann viele dieser externen Anfragen bereits auf Netzwerkebene blockieren. Cookie-Banner oder Werbung, die vom selben Server wie der eigentliche Inhalt ausgeliefert wird, kann Pi-hole dagegen nicht zuverlässig entfernen (Einschätzung: Der Filter arbeitet nur auf Ebene der Domain-Namen).

Ein eigenes, sauber eingerichtetes Pi-hole filtert zentral für das gesamte Zuhause. Mit der aktuellen Version 6 hat das Projekt Technik und Bedienung deutlich überarbeitet (S2).

Was ist Pi-hole und wie funktioniert es?

Der Hersteller beschreibt Pi-hole als DNS-Sinkhole, das Geräte vor unerwünschten Inhalten schützt, ohne dass auf den Geräten Software installiert werden muss (S1). Anstatt auf jedem einzelnen Gerät einen Werbeblocker einzurichten, arbeitet Pi-hole als zentraler DNS-Server im Heimnetz.

Fragt ein Gerät die Adresse eines Servers ab, prüft Pi-hole sie gegen die konfigurierten Listen:

  • Domains auf den Blocklisten beantwortet Pi-hole standardmäßig mit der „unspezifizierten Adresse“ (0.0.0.0 bzw. ::), das Gerät erreicht den Server also nicht (S3).
  • Alle anderen Domains werden wie gewohnt aufgelöst.

Nach Angabe des Projekts wird auch in Apps und auf Smart-TVs blockiert, also dort, wo sich keine Browser-Erweiterung installieren lässt, und das Zwischenspeichern von DNS-Anfragen lässt alltägliches Surfen schneller wirken (S1). Pi-hole ist dabei kein vollständiger Werbe-, Malware- oder Tracking-Schutz, sondern eine zusätzliche DNS-basierte Filterebene.

Was Pi-hole v6 ändert

Das Pi-hole-Team nennt zur Version 6 unter anderem (S2):

  • Eingebauter Webserver: Webserver und REST-API stecken direkt im Programm pihole-FTL. Lighttpd und PHP werden nicht mehr benötigt, was nach Angabe des Teams den Platzbedarf der Installation verringert und die Leistung steigert.
  • HTTPS: Die Weboberfläche unterstützt HTTPS, wahlweise mit eigenem oder automatisch erzeugtem Zertifikat. Das automatisch erzeugte Zertifikat ist laut Dokumentation selbstsigniert und wird vom Browser nicht als vertrauenswürdig angezeigt; es gibt eine Warnung, solange Sie kein eigenes Zertifikat verwenden oder das Zertifikat nicht als vertrauenswürdig hinterlegen (S4).
  • Eine Konfigurationsdatei: Mehrere Einstellungsdateien sind zu einer kommentierten Datei (/etc/pihole/pihole.toml) zusammengeführt. Einstellungen aus v5 werden bei einem Update automatisch übernommen.
  • Neue Weboberfläche: Sie bietet einen Basic- und einen Expert-Modus.
  • Abonnierbare Allowlists: Sie funktionieren wie Blocklisten, erlauben aber Domains, statt sie zu sperren.

Einbindung über den Router

Pi-hole läuft nicht nur auf einem Raspberry Pi: Laut Dokumentation genügt jede Hardware, auf der eines der unterstützten Betriebssysteme läuft (S5). Damit der Filter für alle Geräte gilt, kann Pi-hole am Router als DNS-Server verteilt werden. Für die FRITZ!Box beschreibt die Pi-hole-Dokumentation, die Adresse des Pi-hole als „Lokalen DNS-Server“ einzutragen. Danach bekommen alle Geräte beim Anfordern eines DHCP-Leases die Pi-hole-Adresse als DNS-Server angeboten (S6).

  • Wichtig: Geräte übernehmen die Änderung erst, wenn sie einen neuen DHCP-Lease bekommen. Am einfachsten erzwingen Sie das, indem Sie das Gerät vom Netz trennen und neu verbinden (S6).
  • Schleife vermeiden: Die FRITZ!Box darf Upstream-DNS-Server des Pi-hole sein, solange das Pi-hole nicht zugleich Upstream-Server der FRITZ!Box ist, sonst entsteht eine DNS-Schleife (S6).

Alltag: Filter ohne Frust

Ein zu strenger Filter blockiert schnell auch gewollte Links, Einkaufsportale oder Smart-Home-Dienste (Einschätzung). Pi-hole bietet dagegen:

  1. Allowlists: Wird ein legitimer Dienst versehentlich blockiert, können Sie einzelne Domains freigeben. Abonnierbare Allowlists müssen Sie bewusst auswählen und pflegen (Einschätzung).
  2. Gruppen: Geräte lassen sich Gruppen zuordnen. Ein Gerät, das aus der Default-Gruppe entfernt wird, wird nicht gefiltert, während andere Geräte weiter blockiert werden (S7).

Fazit

Pi-hole v6 kann eine sinnvolle Ergänzung für das Heimnetz sein, wenn Werbe- und Tracking-Domains zentral gefiltert werden sollen. Die Internetgeschwindigkeit selbst erhöht sich dadurch nicht; das Projekt spricht davon, dass sich Surfen durch DNS-Caching schneller anfühlt (S1). Nicht jede Werbung und nicht jeder Tracker lässt sich auf DNS-Ebene blockieren.

Quellen (abgerufen am 31.10.2026)

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Weiterführend: Mehr zu den Möglichkeiten und Grenzen zentraler DNS-Filter finden Sie im Beitrag Ad-Blocker für das gesamte Heimnetzwerk.

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