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iPhone zu Android oder zurück: Was beim Umzug nicht mitkommt

Das neue Smartphone liegt auf dem Tisch, und diesmal soll es ein anderes System sein: vom iPhone zu Android oder umgekehrt. Früher war das ein Projekt fürs Wochenende, mit Kabelsalat, Export-Dateien und der bangen Frage, ob die Chats den Umzug überleben. Inzwischen haben Apple und Google ihre Umzugswerkzeuge deutlich verbessert. Kontakte, Fotos, Nachrichten und sogar WhatsApp-Verläufe kommen in vielen Fällen ohne Bastelei mit.

Das ist die gute Nachricht. Die weniger gute: Ausgerechnet die Dinge, die beim Umzug fehlen, sind oft die wichtigsten – der zweite Faktor für Ihre Konten, die Banking-App, Gesundheitsdaten, gekaufte Apps. Dieser Beitrag zeigt, was die offiziellen Werkzeuge heute übertragen, was nicht, und in welcher Reihenfolge Sie vorgehen sollten, damit Sie sich hinterher nicht aus dem eigenen Konto aussperren.

Was die Umzugswerkzeuge heute können

Vom iPhone zu Android

Google beschreibt in seiner Android-Hilfe zwei Stufen. Der klassische Weg per Kabel überträgt laut Google unter anderem Kontakte, Kalender, Fotos und Videos, Nachrichten, kostenlose Apps, Notizen, Sprachmemos, Weckzeiten und den WhatsApp-Verlauf. Die kabellose Variante über die App „Android Switch“ auf dem iPhone ist deutlich magerer: Sie kopiert nur Kalender, Kontakte sowie Fotos und Videos.

Neu ist eine erweiterte Übertragung, die Google mit Android 17 eingeführt hat. Sie steht laut Google-Hilfe auf Android-17-Geräten wie Pixel 8 und neuer sowie einzelnen Samsung-Modellen zur Verfügung und nimmt zusätzlich App-Daten, Anrufliste, WLAN-Netze, Passwörter und Passkeys sowie bei ausgewählten Mobilfunkanbietern die eSIM mit. Fachmedien berichteten zum Start im Juni 2026 allerdings von einer schrittweisen Verteilung. Ob Ihr neues Gerät diese Variante anbietet, sehen Sie im Zweifel erst bei der Einrichtung.

Auch Apple hat nachgelegt: Seit iOS 26.3 gibt es in den Einstellungen unter „Allgemein → iPhone übertragen oder zurücksetzen“ den Punkt „Auf Android übertragen“. Gesundheitsdaten, per Bluetooth gekoppelte Geräte und geschützte Inhalte wie gesperrte Notizen nimmt diese Funktion laut Berichten über Apples Beschreibung ausdrücklich nicht mit.

Von Android zum iPhone

In die andere Richtung führt Apples App „Auf iOS übertragen“ (Move to iOS) aus dem Google Play Store. Laut Apple kommen damit unter anderem Kontakte, Nachrichtenverlauf, Fotos und Videos, Kalender, Anrufliste, Mail-Konten, Web-Lesezeichen sowie WhatsApp-Nachrichten und -Medien mit. Auf unterstützten Geräten mit Android 17 geht das laut Apple auch ganz ohne zusätzliche App. Nicht übertragen werden Musik, Bücher und PDFs; die müssen Sie von Hand umziehen. Wichtig: Die Übertragung funktioniert nur bei der Ersteinrichtung des iPhones. Ist es bereits eingerichtet, müssen Sie es laut Apple zurücksetzen oder die Daten manuell übertragen.

Was nicht mitkommt – die eigentliche Checkliste

Fotos und Kontakte sind beim Systemwechsel selten das Problem. Ärger machen die Daten, die bewusst an ein Gerät gebunden sind – meist aus gutem Grund.

Zwei-Faktor-Apps: der gefährlichste Stolperstein

Wer seine Konten mit einer Authenticator-App absichert, sollte sich diesen Punkt vor allen anderen ansehen. Ein Beispiel: Microsoft schreibt zu seiner App Microsoft Authenticator ausdrücklich, dass Konten, die auf einem iOS-Gerät gesichert wurden, nicht auf einem Android-Gerät wiederhergestellt werden können. Die Sicherung hilft also nur beim Wechsel innerhalb derselben Plattform. Beim Google Authenticator ist es einfacher: Sind die Codes mit dem Google-Konto synchronisiert, erscheinen sie nach der Anmeldung auf dem neuen Gerät; andernfalls lassen sie sich laut Google über „Transfer codes → Export codes“ (Bezeichnung der englischen Oberfläche, die deutsche kann abweichen) per QR-Code vom alten aufs neue Gerät holen. Dafür muss das alte Gerät aber noch da sein.

Die Faustregel daher: Bevor das alte Smartphone zurückgesetzt wird, muss jeder einzelne zweite Faktor auf dem neuen Gerät nachweislich funktionieren. Melden Sie sich testweise bei den wichtigsten Konten an – E-Mail, Passwort-Manager, Cloud-Speicher, Microsoft 365 – und halten Sie Wiederherstellungscodes bereit. Warum diese Codes so wichtig sind, steht in „Mehr Sicherheit beim Login: Welche Zwei-Faktor-Methode passt?“. Ein Smartphone mit verwaisten Authenticator-Einträgen zu löschen ist ungefähr so klug, wie den Hausschlüssel in den Briefkasten zu werfen und dann die Tür zuzuziehen.

Banking- und TAN-Apps

Banking-Apps sind absichtlich nicht übertragbar. Die Berliner Sparkasse formuliert es in ihrer Anleitung zum Gerätewechsel so: „Banking-Apps dürfen nicht auf andere Smartphones automatisch übertragen werden.“ Für die S-pushTAN-App gibt es dort eine Schnelleinrichtung, die allerdings das alte, noch registrierte Gerät mit funktionierender Kamera und eingeschaltetem Bluetooth voraussetzt. Ohne altes Gerät läuft die Neuregistrierung über Brief oder SMS, je nach Verfahren mit Karte oder Online-Ausweis. Ob die Schnelleinrichtung auch zwischen iPhone und Android funktioniert, sagt die Seite nicht. Andere Banken haben eigene Verfahren. Planen Sie den Wechsel deshalb nicht für den Tag vor einer wichtigen Überweisung, und schauen Sie vorher in die Hilfe Ihrer Bank.

iMessage und FaceTime abmelden

Ein Klassiker beim Wechsel vom iPhone weg: Die Rufnummer ist noch bei iMessage registriert, und Nachrichten von iPhone-Nutzern kommen auf dem neuen Gerät nicht an. Apple empfiehlt, vor dem Wechsel in den Einstellungen unter „Apps → Nachrichten“ iMessage und unter „Apps → FaceTime“ FaceTime auszuschalten – mit eingelegter SIM und aktiven Mobilfunkdaten. Ist das iPhone schon weg, gibt es ein Online-Formular zur Abmeldung. Laut Apple kann es danach einige Stunden dauern, bis alle Apple-Geräte den Wechsel mitbekommen.

Gesundheitsdaten, Uhr, gekaufte Apps

  • Gesundheitsdaten: Werden laut Google beim Umzug vom iPhone nicht kopiert. Wer Daten aus der Health-App braucht, etwa für Arzt oder Sport, muss sie gesondert sichern.
  • Apple Watch: Apple listet für die Apple Watch ausschließlich iPhone-Modelle als kompatibel auf. Vor dem Verkauf des iPhones sollte die Uhr laut Apple entkoppelt werden. Beim Wechsel zu Android ist die Uhr also faktisch Teil der Entscheidung.
  • Gekaufte Apps und In-App-Käufe: Kommen laut Google nicht mit. Kostenlose Apps, die es im Play Store gibt, werden neu installiert; bei bezahlten Apps und Abos verweist Google an den jeweiligen Entwickler. Prüfen Sie, welche Abos über den App Store laufen, und kündigen Sie, was Sie auf der neuen Plattform nicht mehr nutzen können.
  • Safari-Lesezeichen: Stehen bei Google ebenfalls auf der Liste dessen, was nicht kopiert wird.

Fotos in der Cloud

Hier lauert ein Missverständnis. Liegen Ihre Bilder in der iCloud-Fotomediathek und auf dem iPhone nur als platzsparende Vorschau, überträgt der normale Umzug sie laut Google nicht. Für iCloud-Fotos verweist Google auf ein eigenes Übertragungswerkzeug nach Google Fotos. Unabhängig vom Weg gilt: Eine Cloud-Synchronisation ist keine Datensicherung. Vor dem Umzug lohnt eine echte Kopie, etwa auf einer externen Festplatte – warum, erklärt „Cloud synchronisiert – also Backup?“.

Passwörter und Passkeys

Die erweiterte Android-17-Übertragung nimmt laut Google Passwörter und Passkeys mit. Bei den klassischen Wegen steht das nicht auf der Liste. Wer seine Zugangsdaten in einem plattformunabhängigen Passwort-Manager verwaltet, kann diesem Punkt gelassen entgegensehen: anmelden, fertig. Wie das funktioniert, steht in „Schluss mit Passwort-Zetteln“, die Grundlagen zu Passkeys in „Passkeys statt Passwort?“. Prüfen Sie nach dem Umzug bei wichtigen Konten, ob die Anmeldung per Passkey auf dem neuen Gerät klappt. Klappt das nicht, melden Sie sich auf anderem Weg an und legen in den Kontoeinstellungen einen neuen Passkey an, sofern der Dienst das anbietet.

Eine sinnvolle Reihenfolge

  1. Bestandsaufnahme: Welche Apps nutzen Sie wirklich? Welche davon sind Authenticator-, Banking- oder TAN-Apps? Welche Abos laufen über den App Store bzw. Google Play?
  2. Sichern: Eine aktuelle Sicherung des alten Geräts plus eine separate Kopie der Fotos. Wiederherstellungscodes für wichtige Konten heraussuchen.
  3. Beim iPhone als Altgerät: iMessage und FaceTime abschalten, bevor die SIM umzieht.
  4. Umziehen: Mit dem offiziellen Werkzeug bei der Ersteinrichtung des neuen Geräts. Beide Geräte geladen, im WLAN und nebeneinander, Zeit einplanen – Google spricht bei großen Datenmengen von bis zu einigen Stunden.
  5. Nacharbeiten: Zwei-Faktor-Apps übertragen oder neu einrichten, Banking- und TAN-Apps nach Anleitung der Bank registrieren, Messenger prüfen.
  6. Testen: Bei jedem wichtigen Konto einmal an- und abmelden, eine Testüberweisung freigeben, Nachrichten von einem iPhone und einem Android-Gerät empfangen.
  7. Erst dann das alte Gerät zurücksetzen. Folgen Sie vor der Weitergabe Apples Anleitung zur Abmeldung und zum Löschen. Beim autorisierten Löschen werden auch „Wo ist?“ und die Aktivierungssperre ausgeschaltet. Danach unter „Allgemein → Übertragen/Zurücksetzen“ alle Inhalte und Einstellungen löschen. Ein paar Tage Schonfrist für das Altgerät kosten nichts und retten im Zweifel den einen vergessenen Zugang. Die Grundlogik kennen Sie vielleicht schon aus „Alten PC verkaufen? So sind Ihre Daten wirklich weg“.

Im Betrieb: Wenn das Firmenhandy die Plattform wechselt

Bei Firmenhandys kommt eine Ebene hinzu. Wird das Gerät zentral verwaltet, etwa über eine Geräteverwaltung (MDM) oder Microsoft 365, gehört der Wechsel mit dem Administrator oder IT-Dienstleister abgestimmt, bevor jemand das alte Gerät zurücksetzt. Microsoft schreibt, dass Anmeldedaten von Geschäfts-, Schul- oder Unikonten im Authenticator nicht gesichert werden: Wiederhergestellt wird nur der Kontoname, auf dem neuen Gerät müssen Sie sich anmelden und das Konto erneut registrieren. Ohne funktionierende Anmeldung am neuen Gerät steht im Zweifel auch der Admin vor einer gesperrten Tür.

Praktisch ist eine kurze Liste pro Gerät: Wer nutzt es, welche Konten hängen daran, welcher zweite Faktor liegt darauf? Diese Liste brauchen Sie ohnehin für die Frage, wie lange ein Gerät noch Updates bekommt – mehr dazu in „Wie lange bekommt mein Smartphone noch Updates?“. Und wer WhatsApp oder WhatsApp Business im Betrieb nutzt, sollte nach dem Umzug gleich die Liste der verknüpften Geräte durchsehen; warum, steht in „WhatsApp gekapert per Code?“.

Grenzen und offene Punkte

  • Welche Daten übertragen werden, hängt von Gerät, Android- und iOS-Version und gewähltem Weg ab. Maßgeblich sind die aktuellen Hilfeseiten von Apple und Google; dieser Beitrag gibt den Stand vom 1. November 2026 wieder.
  • Die erweiterte Übertragung von Android 17 wurde schrittweise verteilt. Welche Geräte anderer Hersteller sie inzwischen unterstützen, lässt sich nicht pauschal sagen.
  • Die eSIM-Übertragung funktioniert laut Google nur bei ausgewählten Mobilfunkanbietern. Andernfalls stellt der Anbieter eine neue eSIM bereit.
  • Verfahren für Banking-, TAN- und Authenticator-Apps unterscheiden sich je nach Anbieter. Die hier genannten Beispiele ersetzen nicht die Anleitung Ihrer Bank oder Ihres Dienstes.
  • Menübezeichnungen können je nach Version und Sprache abweichen.

Fazit: Die Technik zieht um, die Schlüssel müssen Sie selbst tragen

Der Wechsel zwischen iPhone und Android ist heute deutlich weniger mühsam als noch vor wenigen Jahren. Kontakte, Fotos, Nachrichten und WhatsApp kommen mit den offiziellen Werkzeugen meist zuverlässig mit. Was bewusst an ein Gerät gebunden ist – zweiter Faktor, Banking-Freigaben, Gesundheitsdaten, Käufe –, bleibt aber Handarbeit. Wer das vorher auflistet, den Umzug in Ruhe macht und das alte Gerät erst löscht, wenn auf dem neuen alles nachweislich funktioniert, wechselt ohne Drama. Wer es andersherum macht, verbringt den Abend mit Wiederherstellungsformularen.

Sie stellen mehrere Firmenhandys um oder möchten sichergehen, dass beim Wechsel kein Zugang verloren geht? DGH-IT schaut sich das gern mit Ihnen an – ohne Verkaufsdruck.

Quellen & weiterführende Informationen

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